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19. Dezember 2025

Krisen an Weihnachten bewältigen – wenn die Feiertage zur Belastung werden

Warum Weihnachten zur Herausforderung werden kann

Weihnachten gilt als Fest der Nähe, der Verbundenheit und der Herzenswärme. Doch genau diese Nähe zuzulassen, ist für viele Menschen schwierig und manchmal sogar unmöglich. Depressionen und andere psychische Erkrankungen können die Feiertage zu einer echten Belastungsprobe machen. Hinzu kommen die dunkle Jahreszeit, die bei vielen die Stimmung drückt, Stress durch verschiedenste Verpflichtungen (Einkäufe, Vorbereitungen, Planungen), familiäre Dynamiken sowie ein hoher gesellschaftlicher Erwartungsdruck: Wie Weihnachten auszusehen und sich anzufühlen hat, scheint klar vorgegeben.

Wer sich ohnehin psychisch belastet fühlt, erlebt diese Tage häufig nicht als Halt, sondern als zusätzlichen Stress.

Was kann ich tun, wenn sich Angehörige oder Freunde zurückziehen?

Vielleicht bemerken Sie, dass sich eine befreundete oder nahestehende Person zunehmend zurückzieht, betrübt wirkt oder an Antrieb verliert. In solchen Situationen gilt vor allem eines: Suchen Sie das Gespräch.

Fragen Sie behutsam nach dem Befinden und signalisieren Sie echtes Interesse. Gleichzeitig ist es wichtig, die Grenzen der betroffenen Person zu respektieren. Drängen oder gut gemeinte Appelle können zusätzlichen Druck erzeugen. Hilfreicher sind offene Fragen wie: „Was hilft dir gerade?“ oder „Was brauchst du im Moment?

Bereits das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden, kann für Betroffene entlastend wirken.

Gemeinsame Aktivitäten können Halt geben

Kleine Unternehmungen können eine willkommene Ablenkung sein, Halt geben und der Rückzugstendenz entgegenwirken. Ein gemeinsamer Spaziergang, Zeit in der Natur oder ein Sportkurs aktivieren, strukturieren den Tag und helfen, inneren Stress auszugleichen. Gemeinsame Aktivitäten sollen ein Angebot sein, kein zusätzlicher Druck. Die betroffene Person soll sich eingeladen fühlen, nicht verpflichtet. Gerade bei Depressionen oder starker Erschöpfung können gut gemeinte Vorschläge sonst schnell als Überforderung oder Erwartung erlebt werden.

Wann professionelle Hilfe wichtig ist

Haben Sie den Eindruck, dass sich die Situation zuspitzt oder Sie selbst nicht weiterkommen, zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung einzubeziehen. Es gibt niedrigschwellige und jederzeit erreichbare Anlaufstellen:

  • TelefonSeelsorge:
    0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, 24/7 erreichbar)
  • Online-Beratung:
    https://www.telefonseelsorge.de/chat/
  • Psychiatrische Notdienste:
    Über lokale Krankenhäuser oder online über die Suche nach „psychiatrische Notaufnahme“ in Ihrer Region. AXA-Versicherte können deutschlandweit auf ein Netz renommierter Fachkliniken zurückgreifen. Weitere Informationen finden Sie hier.
  • Hilfsangebote für AXA-Versicherte:
    Der gesundheitsservice360° von AXA bietet Versicherten umfassende Unterstützungsmöglichkeiten rund um Ihre psychische Gesundheit. Informieren Sie sich hier oder kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung per Mail unter gesundheitsprogramme@axa.de.

Achten Sie auch auf sich selbst

Die Begleitung eines psychisch belasteten Menschen kann äußerst fordernd sein. Um langfristig unterstützen zu können, ist es wichtig, nicht nur die Bedürfnisse der betroffenen Person im Blick zu behalten, sondern auch die eigenen. Achten Sie auf Ihre persönlichen Grenzen und nehmen Sie ernst, wenn Sie sich erschöpft oder überfordert fühlen.

Scheuen Sie sich nicht, Verantwortung zu teilen. Unterstützung zu organisieren – etwa durch weitere Angehörige, Freunde oder professionelle Hilfsangebote – kann Sie entlasten und schützt vor eigener Überforderung.

Auf der folgenden Seite haben wir hilfreiche Ratschläge für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen zusammengestellt, die Ihnen wertvolle Orientierung bieten:

→ Ratschläge für Angehörige

Was kann ich tun, wenn Konflikte an Weihnachten eskalieren sollten?

Neben stillen inneren Krisen kann es an den Feiertagen leider auch zu lauten, eskalierenden Konflikten in Familien kommen. Gerade rund um Weihnachten müssen Polizei und Rettungsdienste häufiger ausrücken. Auch wenn Sie Konflikte nur durch Wände oder aus der Nachbarschaft wahrnehmen, kann das belastend sein. Es ist wichtig, sich hier nicht abzuwenden, sondern zu handeln. Letztlich ist es auch für Sie selbst die bessere, gesündere Verhaltensweise. Sie treten damit aus einem Opfererleben aktiv heraus und übernehmen Verantwortung.

Eine Möglichkeit, akute Situationen zu unterbrechen, kann sein, unter einem Vorwand zu klingeln und nach etwas Alltäglichem zu fragen. Fühlen Sie sich dabei unsicher oder wirkt die Situation bedrohlich, zögern Sie nicht und rufen Sie die Polizei unter 110.

Natürlich hoffen wir, dass Sie keine dieser Situationen erleben müssen, und wünschen Ihnen sichere, ruhige und möglichst entlastende Feiertage. Sollte es dennoch zu Krisen oder Konflikten kommen, können die beschriebenen Strategien und Hilfsangebote eine wertvolle Orientierung bieten.

Sie sind nicht alleine, wenn Sie unter psychischen Belastungen leiden.

Informieren Sie sich auf unseren Seiten über die Krankheitsbilder, Therapiemöglichkeiten und die vielen Unterstützungsmöglichkeiten der AXA.

Dies ist eine unabhängige Patienteninformation, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde, mit dem Ziel, unseren Nutzern bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.

Symbolbild Krisen an Weihnachten bewältigen – wenn die Feiertage zur Belastung werden

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